Seckauer Alpen: Rundtour über Grieskogel, Geierhaupt, Hochreichart und Feistererhorn
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Diese Tour gehört für mich zu den anspruchsvollsten Wanderungen, die ich bisher unternommen habe. Nicht nur die über 2.000 Höhenmeter und die lange Distanz fordern den Körper, sondern vor allem die teilweise...
Diese Tour gehört für mich zu den anspruchsvollsten Wanderungen, die ich bisher unternommen habe. Nicht nur die über 2.000 Höhenmeter und die lange Distanz fordern den Körper, sondern vor allem die teilweise schwierige Orientierung und einige ausgesetzte Passagen verlangen volle Konzentration. Wer sich auf diese Runde einlässt, wird jedoch mit einer außergewöhnlichen Landschaft und einem echten Abenteuer belohnt.
Bereits kurz nach dem Start beginnt die erste Herausforderung. Nachdem ein Tor geöffnet wurde – es ist mit einem Draht gesichert, der zunächst gelöst und nach dem Durchgang wieder sorgfältig verschlossen werden sollte – folgt der Weg zunächst dem Bachlauf. Dieser Abschnitt ist wunderschön, da man ständig das Wasser begleitet und tief in den Wald eintaucht.
Gleichzeitig ist dieser erste Abschnitt bereits anspruchsvoll. Ein klar erkennbarer Weg existiert über weite Strecken kaum. Umgestürzte Bäume, große Felsblöcke und ausgewaschene Passagen erschweren das Vorankommen erheblich. Ohne GPS hätte ich den richtigen Verlauf an mehreren Stellen vermutlich nicht gefunden. Er ist jedoch nicht der schwierigste Teil der Tour – die größten Herausforderungen warten erst später im alpinen Gelände.
Auch nachdem sich der Steig vom Bach entfernt und dem Weg 971 durch den Wald folgt, bleibt die Orientierung anspruchsvoll. Markierungen sind teilweise nur schwer zu erkennen und der Pfad wirkt an vielen Stellen kaum noch begangen. Erst mit zunehmender Höhe wird der Weg deutlicher und das Gehen entspannter.
Ab diesem Punkt beginnt das, was ich an Bergtouren am meisten liebe: Der Berg entfaltet sich Schritt für Schritt. Vom Tal aus erscheint es unmöglich, jemals den Gipfel zu erreichen. Doch mit jedem Höhenmeter öffnen sich neue Landschaften, neue Perspektiven und völlig unterschiedliche Abschnitte des Gebirges. Genau dieses langsame Entdecken macht für mich den besonderen Reiz dieser Tour aus.
Am Grieskogel lohnt sich eine erste längere Pause. Der folgende Übergang zum Geierhaupt ist keineswegs einfach. Zunächst verliert man wieder einige Höhenmeter, bevor der Schlussanstieg beginnt. Kurz vor dem Gipfel sind mehrere leichte Kletterstellen zu überwinden. Wanderstöcke sollten spätestens hier am Rucksack verstaut werden, da beide Hände benötigt werden.
Dieser Abschnitt verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Ruhe. Der Weg ist markiert, die Markierungen sind jedoch nicht immer sofort zu erkennen. Falls Unsicherheit aufkommt, lohnt es sich, einige Schritte zurückzugehen und sich einen besseren Überblick über den Routenverlauf zu verschaffen. Genau dieses Vorgehen hat mir mehrfach geholfen, den richtigen Weg sicher wiederzufinden.
Wichtig ist außerdem, sich bewusst zu machen, dass sämtliche Kletterstellen auf dem Rückweg erneut bewältigt werden müssen.
Nach der Rückkehr über den Grieskogel beginnt einer der eindrucksvollsten Teile der gesamten Tour. Die Überschreitung über Weißsattel und Hölltalsattel eröffnet eine nahezu unwirkliche Berglandschaft. Die schmalen Grate, die weiten Ausblicke und die gewaltige Kulisse wirken beinahe surreal. Es gehört zu jenen Momenten in den Bergen, die sich mit Worten kaum beschreiben lassen.
Der anschließende Aufstieg auf den Hochreichart fordert nochmals Kraft. Dafür wartet erneut ein großartiges Panorama, das sich perfekt für eine kurze Rast eignet. Anschließend verliert man rund 600 Höhenmeter, bevor der nächste Anstieg zum Feistererhorn folgt.
Danach führt die Route noch über den Hahnreich. Persönlich würde ich diesen Abstecher nur dann empfehlen, wenn noch ausreichend Kraftreserven vorhanden sind. Nach den bereits zahlreichen Gipfeln bietet dieser Abschnitt landschaftlich zwar weiterhin schöne Eindrücke, der zusätzliche Anstieg kostet jedoch nochmals Energie. Zudem ist auch dieser Weg nicht immer eindeutig zu erkennen.
Zum Schluss wartet nochmals eine größere Herausforderung: Der schwierige Orientierungsabschnitt entlang des Bachbetts muss erneut begangen werden. Gerade nach einem langen Tag mit vielen Höhenmetern sollte dieser Rückweg nicht unterschätzt werden. Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich ermüdet und musste nochmals sehr konzentriert gehen.
Der Parkplatz bietet reichlich Platz. Während meiner gesamten Tour begegnete ich kaum anderen Wanderern und fand bei der Rückkehr keinen weiteren abgestellten Pkw vor. Das bestätigt den Eindruck, dass diese Runde nur selten begangen wird.
Gerade an warmen Tagen sollten ausreichend Wasser sowie Elektrolyte mitgeführt werden. Die Tour bietet wenige Möglichkeiten, Kraftreserven wieder aufzufüllen, und die Länge sowie die vielen Höhenmeter verlangen dem Körper einiges ab.
Trotz aller Herausforderungen zählt diese Tour für mich zu den beeindruckendsten, die ich bisher erleben durfte. Die Kombination aus anspruchsvoller Orientierung, alpinen Passagen und einer nahezu endlosen Folge spektakulärer Gipfel macht sie zu einem unvergesslichen Erlebnis. Wer über ausreichend Bergerfahrung verfügt, Trittsicherheit mitbringt und echte Abenteuer in den Bergen sucht, wird hier mit einer außergewöhnlichen Tour belohnt.
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